Alles Flipper


Ins finstere Mittelalter zurück mit dem Medievel Madness

Bringen wir Euch den Medievel Madness einfach mal näher, indem wir die begeisterten Spieler erzählen lassen:

 

„Ein wunderbarer Flipper mit tollem Spielfluss, leicht zu verstehen, aber doch mit vielen Spiellevels, der nie langweilig wird!“

 

„Die hervorragende Balance zwischen Grafik, Spielfeld, Sound und Humor macht ihn so erfolgreich. Der „Medieval Madness“ kombiniert all das zu einem tollen Paket, bei dem Neulinge, aber auch die Wizards voll auf ihre Kosten kommen. Und die explodierende Ritterburg ist echt der Hammer!“

 

Genau, die Burg. Da haben die Designer schon eine tolle Animation abgeliefert. Erst mal mit der Kugel ans Burgtor klopfen – schon wird die Zugbrücke herab gelassen. Zweiter Treffer: das Burgtor öffnet sich. Und gibt den Weg frei zum Schuss in die Burg, die spektakulär zusammenbricht.

 

„Man kann tausendmal zusehen, ohne dass es langweilig wird! Das Layout sorgt für flüssiges Spiel, auch der Sound bringt eine Menge Spaß rüber, von der detailreichen Grafik mit ihren unzähligen Gags ganz zu schweigen!"

 

“Der beste je gebaute Flipper, jeden Cent und Euro wert. Tolle Software mit tiefem Regelwerk, klasse Humor und tolle Aufbauten – neben der Burg auch die beiden im Spielfeld versenkten Trolle – machen ihn für Sammler zum absoluten Muss!“

 

„Ein klasse Flipper für Spieler aller Kategorien. Viele unterschiedliche Ziele und Schüsse sorgen für lang anhaltenden Spielspaß!“

 

Im Chor des donnernden Applauses für den Medievel Madness gehen die relativ wenigen anders lautenden Meinungen unter – wie die beiden Trolle, wenn sie je dreimal die Kugel vor die Mappe bekommen haben. „Medieval Madness“- Besitzer sind stolz auf ihren Pin und rücken ihn eigentlich überhaupt nicht mehr raus. Und wenn doch – sie bekommen stets mehr Geld retour als sie bezahlt haben.

Text und Bilder: Heribert Eiden/EidenArt


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Capt. Fantastic - einfach fantastisch!

"Capt. Fantastic" von Bally; copyright: ColoniaMat

Was aus einem technischen Zeichner nicht alles werden kann! Zum Beispiel einer der meist bewunderten Flippergrafiker überhaupt. Wenn das Zeichnen von Schaltplänen für Flipper und Slotmachines nicht mehr ausreichend Befriedigung verschafft, zaubert man zwischen Tür und Angel mal eben die Grafik für Ballys „Fireball“ auf den Zeichenblock. So jedenfalls machte es Dave Christensen, und Fireball (1972) ist heute ein überaus gesuchtes Gerät.

 

Wie viel Detailverliebtheit man auf die etwa 60 mal 70 Zentimeter große Motivscheibe bringen kann, demonstrierte Christensen dann am Capt. Fantastic. Im Zentrum Sir Elton John, auf fetten Plateausohlen, er rockt den „Wizard“, Christensen bringt da eine Szene aus der Rockoper Tommy ins Spiel – und scheute sich nicht, mehrere pornographische Handlungen anzudeuten. Die Geräte der ersten Stunde sind denn auch unzensiert, erst im laufenden Produktionsablauf wurden Änderungen vorgenommen. Silberne Sterne spiegeln teils an den Stellen, von denen die Bally-Bosse meinten, sie seien zu viel des Guten.

Elton John - Superstar der 70er

Der Flyer zum "Capt. Fantastic"

Elton John war mächtig erfolgreich Mitte der 70er Jahre, Flipper waren überaus populär und Bally war bereit, nach „Wizard“ zum zweiten Mal ein Lizenzthema aufzunehmen. Eine Strategie, die voll aufging – 16.155 fantastische Capt. wurden produziert, ein Rekord für elektromechanische Flipper. Viele der Maschinen sind fest in Sammlerhand, und angebotene „Capt. Fantastic“ liegen preislich auf einem deutlich höheren Level als Flipper aus dem gleichen Zeitraum.

 

Denn auch auf dem Spielfeld gibt es einiges zu entdecken. Ein guter Start ist oben die mittlere von drei Lanes – sie beleuchtet „Gate Open“ am rechten Ausgang. Die 5er-Targetbank links (gut zu treffen mit einem Extraflipper am rechten Spielfeldrand) macht den Weg frei für Extrabälle und Freispiel. Achtung vor dem Doppelflipper unten links: Da kann die Kugel schon mal durchrauschen, Neulinge brauchen ein paar Spiele, um sich daran zu gewöhnen, aber nach einer Weile lässt es sich mit der Anordnung gut leben und sogar trickreich spielen.

 

Erstmals eingeführt wurden mit dem „Capt. Fantastic“ die spielspezifischen Schlagturmdeckel. Das Konterfei von Elton John mit Pudelmütze rundet das tolle Grafikpaket, das auf dem Spielfeld seine Fortsetzung findet, ab. Auch wenn nicht viele Sammler schöne Capt. Fantastics ihr Eigen nennen können: Elton John darf in einer seriösen Flippersammlung eigentlich nicht fehlen!

 

Text und Bilder: Heribert Eiden/EidenArt


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Ein Flipper als Bastelarbeit

Heribert Eiden bei der Reparatur eines "Space Mission" von Williams

Die meisten Leute, die sich einen Flipper zulegen, tun dies, um daran zu spielen, z. B. im Partykeller oder diesen einfach als Deko im Wohnzimmer oder wo auch immer, zu platzieren. Es soll aber auch Leute geben, die mehr daran interessiert sind, aus welchen Gründen auch immer, einen Flipperautomaten bis auf die letzte Schraube oder Sicherung auseinander zu nehmen, und nach Wartung und intensiver Säuberung wieder zusammenzusetzen. Im besten Fall, ohne ein Teil übrig zu haben. Sehr hilfreich dabei sind die sogenannten Service-manuals und Schaltpläne, die für jeden Flipper existieren und diesen beim ersten Verkauf in einem braunen Umschlag beigelegt wurden.

Servicemanual? Schaltplan? Wo ist denn da der Unterschied?

"Bali Hi" von Bally

Das Servicemanual

 

Das Servicemanual lässt sich am besten mit Einstell- und Bedienungsanleitung übersetzen. Es ist Teil eines stets braunen Umschlags, der jedem Flipper beigelegt wurde. Der Schaltplan, ein paar Ersatzteile wie Birnchen und Sicherungen und Spezialwerkzeug waren ebenso darin enthalten. Das Servicemanual informiert über verschiedene Einstellmöglichkeiten am Gerät. Spiel mit drei oder fünf Kugeln? Statt „Extra Ball when lit“ ein Freispiel? Und was kosten wie viele Spiele? Die Einstellmöglichkeiten an elektromechani- schen Flippern waren durch wenige Steckmöglichkeiten begrenzt. Im Gegensatz dazu sorgten die Einstelloptionen an elektronischen Flipperautomaten für dickere Manuals. 32 Dipschalter bei Bally (on und off-Stellung) hatten Einfluss auf Spielverlauf und Münzung. Zeichnungen mit Schaltern und Kontakten, Spulen und eine Gummiliste sorgten ebenso für mehr Umfang bei den Manuals der EE‘s.

 

Der "Big Town" von Playmatic

Der Schaltplan

 

Der Schaltplan hingegen ist die Reparaturhilfe. Ein Stromlaufplan, in dem Lampen, Schalter, Kontakte, Relais und Spulen abgebildet sind. Jedes elektrische oder elektronische Bauteil findet sich im Schaltplan wieder. Die Angabe der verschiedenen Kabelfarben ist dabei eine hilfreiche Orientierung. Schaltpläne elektromechanischer Flipper waren „aus einem Guss“, konnten also komplett ausgebreitet werden. Unterteilt in Zahlen und Buchstaben, waren einzelne Bauteile schnell auffindbar. Bei den Schaltplänen für die elektronischen Modelle wurde auf das A3-Format zurückgegriffen. Jede Platine hat dabei ihre eigene Seite.

 

Das Servicemanual des "Space Invaders". copyright: coloniamat

Im Laufe der Jahres sind natürlich viele dieser Manuals und Schaltpläne verloren gegangen, um so mehr sind die noch verbliebenen sehr gefragt. Ich habe über die Jahre eine beachtliche Sammlung an Manuals und Schaltplänen aufgebaut. In erster Linie sind das Unterlagen für elektromechanische Flipper und die "Early Electronics"-Pinballs. Falls Euch interessiert, was sich da so bei mir angesammelt hat, dürft Ihr gerne in den Listen stöbern.

 

Text und Bilder: Heribert Eiden/EidenArt


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Baywatch - Ein Flipper schlägt Wellen

„Wir haben da etwas, das mächtig Wellen schlagen wird…Baywatch!“ Baywatch von Sega erschien im Februar 1995, und ein weiterer Slogan lautete: „Bigger than the rest“, also in etwa „Größer als alle anderen“. Dies könnte sich unter anderem auf das Dot-Matrix-Display bezogen haben, das mit 192 ml 64 Pixeln größer ist als die üblich verbauten Anzeigeneinheiten. Und schon war Platz, um sogar 6 Spieler gleichzeitig gegeneinander antreten zu lassen.

 

Nachdem David Hasselhoff mit der Serie „Knight Rider“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, stellten die Produzenten ihm in Baywatch kein Auto, sondern mit Pamela Anderson ein ganz besonderes Cremeschnittchen zur Seite – für jeden Geschmack war also was dabei, der Erfolg von Baywatch war eigentlich programmiert – es gibt aber auch genügend Menschen, die Baywatch (also die TV-Serie) nicht goutieren können.

Designer Joe Kaminkow platzierte auf dem Spielfeld in die obere linke Ecke den Lebensrettungsaussichtsturm, und beim Schreiben der Zeilen mit dem Word-Programm fällt auf, dass dieses Wortungetüm problemlos als fehlerfrei durchgeht und nicht weiter angemeckert wird. Wie auch immer, das Türmchen ist der Weg, um Bälle einzulocken und den Multiball vorzubereiten.

Ausgefeilt und tiefgründig

Der „Baywatch“ ist eine gute Wahl. Das Regelwerk ist ausgefeilt und tiefgründig, selbst gute Spieler brauchen eine Weile, bis sie zum finalen Wizard-Mode vorstoßen, und wenn man meint man kennt den ganzen Strand in- und auswendig, taucht aus den Tiefen des Meeres ein neues Feature auf, das durchgespielt werden will.

 

Trotz Autoplunger gibt es einen herausfordernden Skillshot, ein dritter Flipperfinger rechts auf dem Spielfeld, ziemlich weit unten, ist Garant dafür, dass die gegenüber liegende 5er-Targetbank abgeräumt werden kann. Alle Rampen und Bahnen sind perfekt aufeinander abgestimmt und sorgen für einen runden Kugellauf.

 

Zu den vielen Missionen gesellt sich ein hervorragendes Soundpaket. Wie die gesamte Serie als solche, spaltet auch das Artwork der Scheibe die Gemüter. Lasst es uns mal so zusammenfassen: Was wäre aus dem Flipper geworden, wenn er ein anderes Thema gehabt hätte und dann noch das Bally- bzw. Williams-Logo auf der Scheibe?

 

Text und Bilder: Heribert Eiden/EidenArt


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Viel Lesestoff für Flipperfans

Bücher über Flipperautomaten gibt es heute fast möchte man sagen zuhauf. Das war früher

ganz anders. Der Flipperenthusiast aus den 70er Jahren konnte etwa ab Mitte des Jahrzehnts

auf einige ausländische Publikationen zurückgreifen – wenn er denn überhaupt von deren

Existenz erfuhr. In Köln war es das moderne Antiquariat von Walther König, dem ich meine

ersten beiden Flipperbücher verdanke. In hohen Türmen stapelten sich Seit an Seit „Special when lit“ von Edward Trapunski im knallgelben Umschlag und „Les Flippers“ von Michael Colmer mit dem „Canada Dry“ auf dem Cover und einem wild spektakulären Layout, das zum Thema passt. 1977 brachte Abraham Melzer mit „Flipper“ das erste deutsche Buch heraus, das auf jeder der 80 Seiten eine Flipperscheibe abbildet, dazu lediglich die Information über den Hersteller und das Produktionsjahr. Ein wahrer Bildband, nach mehr als 35 Jahren bei Sammlern gesucht.

Flipper-Bildbände - ein Augenschmaus für Flippersammler und -freunde

Es gab eine weitere Welle an Flipperbüchern, Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre, in denen der Schritt von elektromechanischer Technik zu den elektronischen Flippern veranschaulicht wurde. Dann folgte ab dem Jahr 2000 bei Schifferbooks eine Serie Flipperbücher von zwei australischen Flipperfans. Marco Rossignioli startete mit „The Complete Pinball Book“ und legte nach mit „Pinball Memories“, „Pinball Snapshots“ sowie „Pinball Perspectives“. Michael Shalhoub näherte sich der Materie mit seinen „Pinball Compendium“, die verschiedene Phasen der Flippergeschichte beleuchten. Außerdem sind zwei nette Bildbände verlegt worden, die sich mit dem Impresario der Flipperkunst, Dave Christensen, beschäftigen. In Italien stellte Federico Crocci ein Buch „Made for Italy“ zusammen, in dem die speziell für den italienischen Markt produzierten, abgewandelten Automaten vorgestellt werden.

Wir werden die meisten Flipperbücher vorstellen, kritisieren, loben. Natürlich auch das wahrscheinlich erste verlegte Flipperbuch, TILT, ein 34 Seiten umfassender Katalog in italienischer, französischer und englischer Sprache, der im Rahmen einer Ausstellung über Flipperkunst Anfang 1970 in der Galeria Breton in Mailand gedruckt wurde. Der Bogen spannt sich von den Anfängen der Flipperliteratur bis zu den jüngsten Neuerscheinungen. Hier geht's zu den Büchern:

 


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The Addams Family - eine Flipperfamilie als Familienflipper

"The Addams Family" von Williams

Dass man mit dem Kauf eines „Addams Family“ im Grunde auch heute noch überhaupt nichts falsch machen kann, lässt sich schon an der aufgelegten Stückzahl ablesen: 20.270 produzierte Geräte aus dem Jahre 1992, gefolgt von 1.000 weiteren in einer Sammler-Gold-Edition zwei Jahre später, machen den Addams zum absoluten Rekordflipper.

 

Billiger macht ihn die hohe Auflage dadurch leider nicht. Der „Addams Family“ gehört seit Jahren zu den Top Ten der beliebtesten Geräte, viele davon sind inzwischen fest in Sammlerhand. Da die Modelle zudem wegen ihrer Beliebtheit überdurchschnittlich lange in der Aufstellung waren, bedarf es viel Zeit und Aufwand, um die Geräte in sehr guten Zustand zu bringen. Und wenn dann mal einer zum Verkauf steht, dann muss die Geldbörse entsprechend dick sein. Je nach Zustand gehen da durchaus ab 3000 Euro über den Tisch des Hauses. Aber es lohnt für jedes einzelne Stück – man betrachte es einfach als Geldanlage!

Ein Besuch bei Familie Addams lohnt sich immer.

"The Addams Family" von Williams

Designer Pat Lawler durfte sich sozusagen austoben. Und so hat der „Addams“ eine Menge zu bieten, das drehende Bücherregal, das eiskalte Händchen, das per Magnet die Kugel greift und den Multiball vorbereitet, außerdem fünf Schlagtürme und einen dritten langen Flipperfinger. Der wird gebraucht, um während dem Multiball die Jackpots und Super-Jackpots abzuräumen. Und dann wäre da noch „THING flips“, ein vierter, allerdings kleiner Flipperfinger auf der linken Seite, der automatisch losflippt. Das Finale am „Addams Family“ nennt sich „Tour the Mansion“. Eine beleuchtete Mansion etwa gibt hohe Punktzahlen, Hit Cousin It, The Mamushka, Quick Multiball, die Tunneljagd, eine Seance und auch den wichtigen Extraball. Das letzte Mansionfenster ist das „?“, Auftakt zum Finale an einem Flipper, bei dem die Kugel trotz vieler Gags und Gimmicks auf dem Spielfeld absolut „rund“ läuft.

 

In einer guten Flippersammlung ist ein „Addams Family“ ein Muss. Auch wer ins Hobby einsteigen will, findet in der Familie Addams willkommene Abwechslung. Es gibt viel zu entdecken und zu erspielen, Langeweile kommt da keine auf. Bis das gesamte Regelwerk abgearbeitet ist, vergehen lange spannende Flippernächte.

 

Text und Bilder: Heribert Eiden/EidenArt


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Flipperscheiben - die Visitenkarte des Flippers

Die poppig-bunten Flipperscheiben sind sozusagen die Visitenkarte des Flippers. Über die Jahrzehnte sind sie ein Spiegel des Zeitgeists, Kunstwerke mit so unterschiedlichen Stilrichtungen wie Pop-Art, Op-Art, Comic, manche detailversessen verliebt, andere grob großflächig, aber alle mit der einzigen Aufgabe, sofort ins Auge zu fallen, Spieler anzulocken und zum Spiel zu animieren. Und da Spieler in erster Linie Männer bedeutet, hieß das für die Motive, dass Frauen im Vordergrund standen – PinUps, entsprechend ausgestattet und bekleidet, mit Idealmaßen, die Mann erobern musste – mit einem Sieg als bester der Runde, oder mit Gewinn von Extrabällen und Freispielen. ColoniaMat wird im weiteren Verlauf Meilensteine der Flippergrafik präsentieren und einige der Künstler porträtieren. Für die es auch heute teils nicht zu verstehen ist, warum die Flipperfans sie fast schon verehren. Eine Grafik für einen Flipper zu entwerfen war Alltag –aber keine Kunst. Hier schon mal einige Beispiele. Die Kopfteile der Flipper mitsamt den Scheiben findet Ihr unter Flipper A-Z

 


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