Ein Flipper als Bastelarbeit

Heribert Eiden bei der Reparatur eines "Space Mission" von Williams

Die meisten Leute, die sich einen Flipper zulegen, tun dies, um daran zu spielen, z. B. im Partykeller oder diesen einfach als Deko im Wohnzimmer oder wo auch immer, zu platzieren. Es soll aber auch Leute geben, die mehr daran interessiert sind, aus welchen Gründen auch immer, einen Flipperautomaten bis auf die letzte Schraube oder Sicherung auseinander zu nehmen, und nach Wartung und intensiver Säuberung wieder zusammenzusetzen. Im besten Fall, ohne ein Teil übrig zu haben. Sehr hilfreich dabei sind die sogenannten Service-manuals und Schaltpläne, die für jeden Flipper existieren und diesen beim ersten Verkauf in einem braunen Umschlag beigelegt wurden.

Servicemanual? Schaltplan? Wo ist denn da der Unterschied?

"Bali Hi" von Bally

Das Servicemanual

 

Das Servicemanual lässt sich am besten mit Einstell- und Bedienungsanleitung übersetzen. Es ist Teil eines stets braunen Umschlags, der jedem Flipper beigelegt wurde. Der Schaltplan, ein paar Ersatzteile wie Birnchen und Sicherungen und Spezialwerkzeug waren ebenso darin enthalten. Das Servicemanual informiert über verschiedene Einstellmöglichkeiten am Gerät. Spiel mit drei oder fünf Kugeln? Statt „Extra Ball when lit“ ein Freispiel? Und was kosten wie viele Spiele? Die Einstellmöglichkeiten an elektromechani- schen Flippern waren durch wenige Steckmöglichkeiten begrenzt. Im Gegensatz dazu sorgten die Einstelloptionen an elektronischen Flipperautomaten für dickere Manuals. 32 Dipschalter bei Bally (on und off-Stellung) hatten Einfluss auf Spielverlauf und Münzung. Zeichnungen mit Schaltern und Kontakten, Spulen und eine Gummiliste sorgten ebenso für mehr Umfang bei den Manuals der EE‘s.

 

Der "Big Town" von Playmatic

Der Schaltplan

 

Der Schaltplan hingegen ist die Reparaturhilfe. Ein Stromlaufplan, in dem Lampen, Schalter, Kontakte, Relais und Spulen abgebildet sind. Jedes elektrische oder elektronische Bauteil findet sich im Schaltplan wieder. Die Angabe der verschiedenen Kabelfarben ist dabei eine hilfreiche Orientierung. Schaltpläne elektromechanischer Flipper waren „aus einem Guss“, konnten also komplett ausgebreitet werden. Unterteilt in Zahlen und Buchstaben, waren einzelne Bauteile schnell auffindbar. Bei den Schaltplänen für die elektronischen Modelle wurde auf das A3-Format zurückgegriffen. Jede Platine hat dabei ihre eigene Seite.

 

Das Servicemanual des "Space Invaders". copyright: coloniamat

Im Laufe der Jahres sind natürlich viele dieser Manuals und Schaltpläne verloren gegangen, um so mehr sind die noch verbliebenen sehr gefragt. Ich habe über die Jahre eine beachtliche Sammlung an Manuals und Schaltplänen aufgebaut. In erster Linie sind das Unterlagen für elektromechanische Flipper und die "Early Electronics"-Pinballs. Falls Euch interessiert, was sich da so bei mir angesammelt hat, dürft Ihr gerne in den Listen stöbern.

 

Text und Bilder: Heribert Eiden/EidenArt


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